Peking – 5 Jahre später

Ich war gespannt wie sich Peking in den letzten 5 Jahren verändert hat. Ich war 2012 schon für fast eine Woche in Peking und fand es dann schon sehr interessant. Umso mehr freute ich mich natürlich nochmals hinzugehen und natürlich auch weil diese Reise ja mit der Ankunft in Peking schon sehr speziell war.

Schon bei der Ankunft im Pekinger Bahnhof viel eines auf. Es hat überall unglaublich viele Leute. Da wir wieder im gleichen Guesthouse gebucht hatten, wie letztes Mal, wusste ich auch schon wo wir hin mussten. Ich stand dann mal am Ticket-Schalter von der Metro an und hielt dann meine Karte hin und zeigte auf unsere Metro-Station Xinjenkou. Das klappte wunderbar und wir bekamen zwei Tickets für die Metro. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt und einmal umsteigen kamen wir dann an und mussten noch 5min zu unserem Guesthouse laufen. Die Rucksäcke waren so schwer wie schon lange nicht mehr.

Diese Mal war die Jahreszeit speziell. ca. 2 Wochen im Jahr ist Kirschblüten Saison. Überall blühen die Bäume und das waren natürlich nicht nur Kirschen. Auch den Chinesen gefallen die Blümchen und so wurden vor diesen schönen Bäumen fotografiert was das Zeug hält.

Das spezielle an Peking, sind für mich vor allem die Hutongs. Das sind einerseits enge Gassen, andererseits auch eine Art traditioneller Wohnbebauungen. Dort spielt das Leben und ich könnte tagelang in den Hutongs herum spazieren. Vo rallem die Echten. Es gibt auch die “Disney-Land” mässigen. Also total künstlich aufgemachten für die Touristen. Da gibts dann zwar schöne Souvenirs, aber das wars dann auch schon. Interessant wirds vor allem in den traditionellen wie unserem Hutong. Auch deshalb gefällt mir das Red Lantern Guesthouse. Es ist mitten in einem authentischen Hutong und man kann ein paar Schritte gehen und ist mitten im pekinger Leben.

Für uns ist China schon eine völlig andere Welt. Immer wieder muss man sich als “Westler” fragen was eigentlich dieser Chinese dort gerade wieder macht. Das ist glaube ich die meist gestellte Frage. Z.b. fiel uns auf einmal in der Metro auf, dass viele Chinesinnen so Bibeli auf dem Kopf haben. Wenn einem das dann mal aufgefallen ist, dann sieht man sie überall und dann gab es nicht nur Kücken, nein auch Herzli oder andere Sujets die man auf den Kopf stecken konnte. Das Kücken dann aber abeschossen, hat sicher der Typ mit seinem Sohn, der ernsthaft mit so einem Bibeli auf dem Kopf rumlief. Wir haben bis am Schluss nicht rausgefunden, was es genau auf sich hat mit den Kücken, aber mussten uns dann doch noch eines kaufen, weil sonst wäre man ja nicht “In” gewesen. 😉

Die besten Erlebnisse in Peking, waren dann auch nicht wirklich die Sehenswürdigkeiten, wie die Verbotene Stadt und der Himmelstempel, sondern mehr die Begegnungen, das Essen auf der Strasse, das Leben in den Hutongs und die speziellen Aktionen in den Pärken. In China kennt man glaube ich keine Scham, oder so kam es mir vor. Da wird im Park gesungen und getanzt und jeder Schweizer würde sich da blöd vorkommen, aber den Chinesen gefällts. Es schauen auch immer viele Leute zu, auch das ohne Scham. Am Anfang hatten wir noch Hemmungen Leute zu fotografieren, aber als wir dann merkten, dass sie uns auch einfach fotografierten, ohne mit der Wimper zu zucken, wurden wir mutiger. Manchmal standen wir irgendwo dann kam einer zückte sein Handy und machte ein Foto von uns. Zäck und tschüss. So machten wir es dann, und niemand störte es.

Auf der Strassse Essen kaufen, war für uns als Vegetarierinnen ja nicht ganz einfach. Also erstens wird in China schon sehr viel Fleisch  gegessen und zweitens ist es einfach extrem schwierig in chinesisch zu sagen, dass man Vegi ist. Also eigentlich ist alles extrem schwierig in chinesisch zu sagen. Die Aussprache ist einfach für uns fast unmöglich. Bei unserm ersten Jimbee (Omelette mit Salat und Ei und irgendetwas wie Crackers) verstand er dann aber doch nach 3 Anläufen was ich sagen wollte und so gab es für uns dann die Vegi-Variante ohne Würstchen.

Fazit: Peking war auch eine zweite Reise wert und es war sicher nicht die Letzte. Was genau so faszinierend ist, ist schwer in Worte zu fassen. Ich glaube es ist eine Mischung aus dem für uns etwas exotischen Leben, den Kuriositäten, und einer alten Tradition und Geschichte, die immer noch den Alltag sehr prägt.